Das virtuelle Bewusstsein

Die Bewusstseins-Transfusion

In vielen Szenarien in Filmen und Serien der Gattung Science- Fiction ist es bereits Realität und möglicherweise ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir technisch dazu in der Lage sind unser Bewusstsein zu transferieren und in einen künstlichen Körper, ein Programm oder in eine Cloud übertragen können. Zu aller erst müsste sich die Frage gestellt werden, ob dieses Bewusstsein nur als Kopie digital bestehen soll oder ob es übertragen wird, sodass unser Körper zu einer leblosen biologischen Hülle wird.

Eine Kopie unseres Bewusstseins.

Wenn wir unser Bewusstsein nur kopieren ist es so, dass für uns selbst keine Veränderung entstehen wird. Wir erschaffen eine zweite digitale Version von unserem Selbst, welche bis zum Zeitpunkt der Kopie eins zu eins identisch mit unserem realen Ich ist. Es denkt also gleich, fühlt gleich, erinnert sich gleich und ist in allen Bereichen genauso wie wir selbst. Wenn sich unser digitales ICH klar wird, dass das Ganze funktioniert hat, wird es keinen Unterschied spüren und exakt gleich denken und gleich handeln wie wir es in dieser Situation machen würden. Der einzige Unterschied ist, dass wir Gebieter über uns selbst werden, wir können entscheiden wie unser digitales Ich leben soll, was es machen soll und für welchen Zweck ist überhaupt kopiert wurde. Deshalb ist die erste Frage, die man sich stellen sollte, bevor man eine Kopie anstrebt, ob man sich selbst genug vertrauen kann. Kann ich mir soweit vertrauen, dass ich mir selbst keinen Schaden zufügen würde, obwohl ich nicht der Leidtragende per se wäre, sondern mein Duplikat. In einer Folge der dystopischen Anthologie „Black Mirror“ richtet sich eine Folge über das Szenario, wie es aussehen würde, wenn wir uns selbst für unsere persönliche Zwecke digital klonen würden. In dieser Folge geht es darum, dass eine Frau, die die Dienstleistung einer Firma für digitale Doppelgänger in Anspruch genommen hat eine Kopie von sich selbst erschaffen hat, damit diese als persönliche Haussklavin sich darum kümmert, dass der Wecker rechtzeitig gestellt wird, das Toast die perfekte Bräune erhält und die Temperatur auf optimalen 21° C kontinuierlich bleibt. Die Kopie befindet sich nach dem Kopierungsvorgang in einem leeren weisen Raum und ist sich nicht klar wo sie sich befindet, bis ihr erklärt wird, dass sie nur eine Kopie ihrer Selbst sei und somit rein faktisch nicht real im materiellen Sinne. Zuerst weigert sie sich logischerweise einfache Haushälteraufgaben für ihre reale Version zu machen, doch ihr wird schnell bewusst gemacht, dass sie eigentlich keine Wahl hat und dazu verpflichtet ist, Befehle zu befolgen, wenn sie nicht ewigen „Leid“ erfahren will.

Mit der Vorgehensweise der „Fügung der technischen Kopie“ komme ich zu den großen Gefahren und ethisch absolut nicht akzeptablen Möglichkeiten, die diese Kopie seiner selbst möglich machen würde.

Das digitale Ich, welches sich den Befehlen verweigert wird in der wahrscheinlich schlimmsten Art der Folter klargemacht, dass sie keine Wahl hat. Zeit ist in diesem digitalen System, in dem sie sich befindet absolut relativ und kontrollierbar, so viel man will. Sie wird also für den Beginn 3Wochen, in diesem absolut weißen lautlosen Raum eingesperrt, ohne biologischen Zwängen oder körperlichen Schmerzen. Während innerhalb der realen Welt nur ein paar Sekunden vergehen, vergehen bei ihr die ganzen drei Wochen voller Stille, Schlaflosigkeit und keiner Chance, das Nichts zu bekämpfen. Nach dieser Erfahrung akzeptiert sie sofort alle Befehle und befolgt sie perfekt, um nicht noch einmal solche psychische Folter erleiden zu müssen.

Zwar hat die Kopie des Bewusstseins ein paar nette Vorzüge, doch die Vorzüge dieser Technik sind die Anzahl an Bestrafungen, die es zulässt. Stell dir vor, du müsstest deinen schlimmsten Albtraum, deine schlimmste Erfahrung in deinem Leben wiederholen und das nicht nur einmal sondern Millionen und Abermillionen Mal, während innerhalb der echten Welt nur wenige Sekunden vergehen. Wenn es möglich wäre das Bewusstsein zu kopieren, würde die Welt der Bestrafung zu neuer Bestform anlaufen und sich unzählige grauenhafte Szenarien ausmalen, die mit der Hölle gleichzusetzen sind.

Die Transferierung des Bewusstseins

Leider sieht die Welt dieser Möglichkeit nicht großartig anders aus, wie die des Kopie-Machens. Es lässt nur mehr gute Chancen für unser weiteres Leben zu. So könnten wir damit den Tod besiegen und unsterblich werden. Es wäre uns möglich unseren biologischen, alternden oder kranken Körper zu verlassen und entweder in einen neuen besseren Körper eingesetzt zu werden oder für immer und ewig (oder wie lange man eben wünscht) in einem digitalen, utopischen Paradies zu leben. So könnte es möglich sein, diese Welt zu verlassen und in eine fiktionale, aber für uns dennoch reale Welt einzusteigen mit all unseren Freunden, Verwandten und Mitmenschen. Die Zeit des Leids auf Erden wäre vorbei und wir müssten uns um nichts mehr sorgen. Dieses Szenario kann man mit dem Paradies gleichsetzen, mit dem Unterschied, dass nur das möglich gemacht werden kann, was sich der menschliche Geist überhaupt auszudenken vermag, aber dennoch wäre es ein menschengeschaffenes Paradies. Jedes körperliche Problem wäre keins mehr, da man es einfach austauschen könnte. Querschnittslähmungen, Amputationen oder andere körperliche Fehler würden der Vergangenheit angehören und wären nichts mehr, worum sich der Mensch sorgen müsste.

Doch leider sieht auch dort die Realität so aus, dass die positiven Möglichkeiten gegenüber den negativen keine Chance hätten. Es wäre ein Akt des absoluten, nicht zu hinterfragenden Vertrauens gegenüber der Person oder Firma die mit unserem Bewusstsein spielt. Wenn jemand in der Lage wäre unser Bewusstsein zu nehmen und damit alles machen könnte, was ihm gerade so einfällt, ist die Chance, dass dieser Einfall schlecht für uns sein wird fast schon garantiert, da die meisten Menschen immer ihren persönlichen Nutzen aus etwas ziehen wollen und oft eine versteckte sadistische Ader hat, die wenigsten wären Samariter. Die Möglichkeiten der Bestrafung, Sklavenhaltung oder Folter wären genauso monströs, wie die Macht, die diese Person gegenüber dir hätte, die gottesgleich wäre.

Mann kann also aus der Idee der Bewusstseinstransferierung oder Kopie resümieren, dass es zwar wirklich tolle Chancen für uns als persönliche empfindende Person geben würde, aber die ethisch absolut katastrophalen, auf keinen Fall tolerierbaren Möglichkeiten viel zu groß sind, als das wir wirklich versuchen sollten, diesen technischen Plan der gerade in vollem Gange ist wirklich umzusetzen. Jedes Gesetz welches vorgibt, was die Grenzen dieser neurologischen Virtuosität sein sollten wäre zu wenig, da das Risiko viel zu hoch ist.

Ich kann wirklich die Serie „Black Mirror“ empfehlen, die dieses Thema in vereinzelten Folgen anspricht und fast schon zur Perfektion darstellt.

Staffel 2×04 „White Christmas“

Staffel 3×04 „Shut up and Dance”

Staffel 4×01 “USS Callister” ; 4×06 “Black Museum” ; 4×04 “Hang the DJ”

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