Big Data- Keine Geheimnisse mehr

Big Data ist ein Begriff, der in den letzten Jahren immer öfter zu hören war doch viele wissen dennoch nicht was Big Data überhaupt ist und was für eine riesige Macht es mit sich bringt, geschweige denn welches Potential Big Data für unsere Zukunft mitbringt in positiver und negativer Hinsicht.

Mit dem Begriff Big Data meint man riesige Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten, die mittlerweile Tag für Tag immer zahlreicher werden und einen riesigen Nutzen für die Unternehmen haben.  Die Daten alleine sind nicht wichtig, doch die Einsatzbereiche in denen sie verwendet werden könnten sind immens.

Der andere Aspekt der Big Data ist der hohe Nutzen für leistungsstarke K.I- Systeme die Machine Learning anwenden um durch die Verarbeitung dieser Informationsflut immer klüger und besser zu werden.

Gewonnen werden die Daten aus unterschiedlichen Bereichen, wie den sozialen Medien was Interaktionen auf Facebook, Youtube, Instagram etc. miteinbezieht, wie Bilder, Videos, Sprachauswertung, und Text und Ton. Unser Smartphone ist für die mit Daten arbeitenden Firmen und Konzerne ein wandelndes Perpetuum Mobile, da es tagtäglich Millionen solcher Daten aus der ganzen Welt empfängt. Dazu kommen Überwachungssysteme, Bank und Bezahldaten durch Kreditkarte und co., Suchanfragen und Daten die im Internet gesammelt werden, Wearables wie Smartwatches, Fitness- Tracker oder Navigationssysteme, intelligente Automobile, Smart Homes und generell von den Behörden gesammelte Daten.

Privat- und Intimsphäre ist für „Big Data“ ein Fremdwort. Ohne Ausnahme werden alle Daten, egal ob Browserverlauf, verbrachte Stunden im Schlafzimmer oder geheime eigentlich „gesicherte“ Bilder und Videos. Deshalb kommt man unweigerlich zu einer der wichtigsten Fragen des 21.Jahrhunderts „Wem gehören unsere Daten?“ Worauf ich in einem späteren Beitrag noch zurückkommen werde.

Bildergebnis für wachstum daten

Man sollte sich einmal vor Augen fassen wie rasant die Datenmenge in den letzten Jahren steigt und wie exponentiell dieses Wachstum weiterhin sein wird.

Während die es 2016 noch 16 Zettabyte (Eine Zahl mit 21 Nullen liegt sie mittlerweile bei 33 Zettabyte, also mehr als dem Doppelten.

Doch auch wenn dieser Wert schon enorm hoch ist, ist er nichts im Vergleich zu der prognostizierten Größe von 2025. Bis dahin sind es nämlich 163 Zettabyte! Das ist verglichen eine Menge von allen gespeicherten Filmen und Serien bei Netflix, 500 Millionen Mal angeschaut oder 40 Trillionen DVDs. Diese Menge an DVDs würden von der Erde bis zum Mond reichen, über 100 Millionen Mal!

Selbstverständlich leben wir bereits in einer stark vernetzten Welt, vor allem in den westlichen Ländern. Im Vergleich zu 2025 ist es aber noch ein geringer Anteil der auf der Erde lebender Menschen. Mit kommenden Erfindungen wie Smart- Homes, Smart-Cars- Smart-Watches und vielleicht einmal später auch noch Smart-Friends, Smart-Parents und Smart-Kids, also alles was mit „Smart“, also künstlicher Intelligenz, die unser Leben komplett übernehmen, sodass wir keinen Finger mehr zu rühren haben wird unsere Welt eine einzige Datenquelle sein in unbeschreiblichem Ausmaß. Es wird geschätzt, dass der Mensch 2025 pro Tag im Durchschnitt 4800 Mal in irgendeiner Form mit vernetzten Geräten interagieren wird“ Eine Menge an Interaktionen, die man sich eigentlich gar nicht zutrauen kann. Für weitere Fakten und Infografiken möchte ich hier gerne diesen Blogbeitrag verlinken.

Der Nutzen von Big Data

Wie bereits erwähnt ist das Potential von Big Data unermesslich, da ich aber dennoch aufzeigen möchte in welchen Bereichen es mächtige Einflüsse haben kann ist hier eine Zusammenfassung aus verschiedenen Bereichen.

Unser alltägliches Leben

Durch Big Data wird sich unser Leben verändern. Wir machen jeden Tag viele Entscheidungen und sind uns häufig immer noch unsicher, ob sie auch richtig sind und ob wir sie machen sollten. Wenn unser Leben einmal keine Wundertüte mehr sein wird, sondern von Algorithmen berechnet, fallen viele dieser Entscheidungen weg.

Welche Musik soll ich spielen? Eine Frage, bei denen die Menschen gut und gerne ein paar Minuten am Tag dafür ausgeben. Doch die künstliche Intelligenz kann anhand von den gesammelten Daten über unseren Musikkonsum, anhand von unserem Hormonspiegel und den, durch Sensoren erkannten Hirnströmen unsere Gefühlslage messen und so eine perfekte Reihe von Liedern für uns aussuchen ohne dass wir nur eine Sekunde überlegen müssen. Allgemein fallen Entscheidungen im Unterhaltungsbereich weg, da Algorithmen immer die perfekte Auswahl für uns treffen können.

Wie oft sind wir uns unsicher, ob genau diese Sache auch die Richtige für uns ist. Dieses Problem wir uns schon bald nicht mehr zur Last fallen, da anhand von unzähligen analysierten Daten zu unserer Person die perfekte Auswahl getroffen wird. Egal ob Studienfach, Freizeitbeschäftigung, Diplomarbeit oder Ort eines Rendezvous.

Marketing

Firmen werden mittlerweile nicht nur dahingehend in ihrem Marktwert berechnet, wie viel Geld sie pro Quartal einnehmen und wie steigend die Tendenz für die Zukunft sein möge, sie werden auch in so weit berechnet, dass die tägliche Datengewinnung und die Vielfalt dieser einen erheblichen Marktwert besitzen. Der, der die meisten Daten hat kann die Masse am besten analysieren und so können sie eine Werbung kreieren, eine Zeitschrift versenden oder eine Botschaft individuell für eine Person gestalten. Daten spielen die größte Rolle im Marketingbereich, denn nur dadurch können sie herauskristallisieren, welche Formen, Farben, Gerüche oder Töne die Masse gerade am meisten anspricht. Welche prominente Person, welches Design und welcher Trend gerade in Mode ist. Anhand von unseren Suchanfragen, aufgezeichneten Dialogen mit Freunden und vielen weiteren Methoden können sie den Markt analysieren und somit den meisten Profit erzeugen.

So wird aller Anschein nach, die traditionelle massengenormte Werbung verschwinden und Individualität in der Anwerbung in den Vordergrund rücken. Bereits heute ist so, dass Cookies und Tracker auf Websites unserer Interessen kategorisieren und so eine individuelle Werbeanzeige auf unterschiedlichen Plattformen einrichten. Es gibt viele Menschen, die sich sicher erschrocken haben als sie zum ersten Mal eine Werbung bekommen haben, von einer Sache über die sie erst vor 10 Minuten mit einem Kollegen gesprochen hatten. Wie kann es sein, dass gerade jetzt Werbung für Katzenfutter aufkommt? Wer an die jung´sche Synchronizität denkt liegt leider falsch, da die Sprachaufzeichnung über viele verschiedene verpackte Mikrofone in unterschiedlichen Geräten inzwischen zum Standard geworden ist. Dahinter sitzt dann keine Person die sich deine Gespräche anhört, sondern eine künstliche Intelligenz die Schlagwörter herausfiltert und so deine größten Bedürfnisse in kürzester Zeit über eine Plattform ihrer Wahl dir präsentiert.

Schon 2012 hat sich eine faszinierende Geschichte ergeben. Ein Vater beschwerte sich über das Kundenbüro von Target, da seine Tochter immer wieder Werbecoupons für Babykleidung und Kinderbetten bekommen hat und er regte sich darüber auf was das solle. Später stellte sich heraus, dass die Tochter tatsächlich schwanger war und die Supermarktkette Target für eine Anzahl an Frauen die prozentual wahrscheinlich schwanger waren gewissen „Schwangerschaftscoupons“ zusendete. In dem Fall der jungen Tochter konnte die Marktkette anhand von ihren über die Kundenkarte gekauften Artikel feststellen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit schwanger sein müsse und so erkannte ein automatischer Supermarktalgorithmus früher von der Schwangerschaft einer jungen Frau, als ihr eigener leiblicher Vater.

Politische Wahlen

Big Data ermöglicht eine komplett neue Art des Wahlkampfes. Mithilfe von allen gesammelten Daten kann die künstliche Intelligenz von jedem Bürger ein detailliertes Benutzerprofil erstellen und so bereits im Voraus erkennen, welche Partei dieser Menschen wählen wird. So hat es für die Wahlkampfleiter und für die selbst zur Wahl antretenden Menschen einen hohen Nutzen, da sie je nach Standort ihr Wahlprogramm so anpassen können, um die Menschen besser zu überzeugen.

Cambridge Analytica war ein britisches Datenanalyse-Unternehmen welches angeblich die Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet hat, um so Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf zu unterstützen.

Mithilfe von immer besser ausgewerteten Persönlichkeitsprofilen ist es immer einfacher die Menschen gezielt zu manipulieren, um eine gewissen Person oder Partei im Wahlkampf gewinnen zu lassen. Es ist somit eine erhebliche Gefahr für die Demokratie und faire Wahlen. Überzeugungen und angespornte Ziele sind nicht mehr im Blickfeld der zur Wahl stehenden Parteien/ Menschen. Es sind die Themen, die Datenanalysen zu folge die meisten Stimmen bringen werden, um als Gewinner aus der Wahl herauszugehen. Natürlich waren die Interessen der Bürger schon immer im Fokus bei Wahlen und häufig weniger die eigene Überzeugung, aber in dem Zeitalter der Daten geht dieser ganze Trend der Bürgeranalyse in eine neue Ära, die erschreckend detailliert die Kreuze schon vor dem eigentlichen Wahltag prognostizieren kann.

Medizin

Die Stochastik und die Vorhersage von Krankheiten, bevor sie überhaupt eingetreten sind, wird durch Big Data zu einem wichtigen Teil der Medizin, da die Vorbeugung essentiell für weniger Krankheitsfälle ist. Durch Big Data kann man die schlechten Gewohnheiten, gemessenen Vitalwerte durch Fitness- Tracker etc., verbrachte Zeit in Isolation und alle denkbaren Muster analysieren können, die möglicherweise zu einer Krankheit führen können. Bevor sich Metastasen überhaupt bilden können könnte es möglich sein zu wissen, wie groß die Gefahr für die Person ist, davon betroffen zu werden.

Jede Ernährungsgewohnheit, jede Zeit des Medienkonsums, jedes Gesprächsthema im Austausch mit den Freunden wird als Grundlage für die individuelle Analyse jeder einzelnen Person und der Massenanalyse von riesigen Gruppierungen dienen werden, um das vollständige Wissen über alle körperliche Daten und schlechte Gewohnheiten der Menschen zu empfangen.

Verbrechensanalyse

Folgendes Szenario: Eine Reihe von alten Arbeitskollegen haben sich zusammengetan, da sie von der großen Unterdrückung ihres Glaubens und ihrer Familie genug haben. Sie beschließen der ganzen Tyrannei ein für alle Mal den gar aus zu machen. Sie verabreden sich also in eine abgelegene Scheune, die einem alten Bauern gehört und tüfteln einen Plan aus, wie sie die Brücke zur Lerchenallee sprengen können, ohne den Verdacht auf sich zu lenken als revoltierendes Zeichen der Rache. In der geplanten Nacht treffen sie sich alle noch einmal zwei Straßenecken von der Brücke entfernt um alles final zu besprechen. Als sie gerade starten wollten steht schon die Polizei auf der Straße und sie werden verhaftet. Vielen von euch ist vielleiht der Film „Minoriity Report“ von Tom Cruise bekannt. In dem Science-Fiction-Thriller geht es um eine Gerätschaft, die Verbrechen ansagen kann, bevor sie überhaupt geschehen sind. Diese Erfindung ist bereits jetzt und schon bald in perfektionistischem Maße real. Durch Big Data.

Jedes verdächtiges aufgezeichnetes Wort, jede dubiose widerholte Umrundung einer öffentlichen Stelle, jedes Auschecken der Überwachungskameras wird automatisch als potentielle Bedrohung eingestuft um die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlages oder Raubüberfalls vorhersagen zu können und um die Personen weiterhin überwachen zu lassen.

„Predictive Policing“ ist keine futuristische Methode mehr, sondern wird bereits angewendet. Das Bundeskriminalamt benutzt beispielsweise für die Risikobewertung von polizeibekannten islamistischen Gefährdern das personenbezogene Analyseinstrument „RADAR-iTE“ welche bewertete Personen in drei unterschiedliche Stufen der Riskioskala zuordnen.

-Einem hohen,

-Einem auffälligen und

-einem moderaten Risiko

Es wurde Anfang 2015 gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Forenschische Psychologie der Universität Konstanz durchgeführt und wurde im September 2016 fertiggestellt.

So ist Verbrechen kein plötzlicher Akt mehr, sondern eine logische Wahrscheinlichkeit die leichter verhindert werden kann.

Noch vieles mehr

Ich habe jetzt schon einige Bereiche aufgezählt, die von Big Data beeinflusst werden, aber diese sind nur ein Bruchteil von allen unterschiedlichen Zweigen, in denen sie Big Data einnisten wird. Die Partnersuche durch Dating, der Zeitpunkt des Bankrotts, die Wahrscheinlichkeit eines Autounfalls oder Dinge wie der Zeitpunkt einer Schwangerschaft, die Gründe einer Scheidung und noch so vieles mehr werden nicht mehr einfach nur passieren. Sie werden analysiert durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen äußerst bewusst passieren und so ist die Zukunft nichts anderes mehr als eine große Wahrscheinlichkeit, wie sie es schon immer war, nur jetzt perfekt vorhergesagt. Nostradamus wäre begeistert von den Mengen an Daten, von den vielfältigen Prophezeiungen die möglich sein werden und bereits sind.

Das Leben, der Wunschbrunnen der Unvorhersehbarkeit ist schon bald komplettiert ein Wissen über die Zukunft mit einer über 99%tigen Wahrscheinlichkeit, wenn das Wachstum der gegebenen Daten weiterhin so exponentiell wachsen wird.

So kann man sagen, dass Big Data die Chance hat das neue Orakel von Delphi zu werden. Mit dem Unterschied, dass es genau weiß, was wann passieren wird, wo, wie, warum und durch wen. Zukunft ist nicht mehr unwissentlich, sondern präzise berechenbar.

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