Was ist Sprache

In unserer großen weiten Welt ist Kommunikation eine essentielle Sache und jedes Lebewesen benutzt sie auf ihrem Weg durchs Leben. Sei es der Wolf, der durch Bellen, Heulen und seinen Gesichtsausdruck, sowie Körperhaltung bei der gemeinsamen Jagd im Rudel kommuniziert. Der Wal, welcher sowohl mit Lauten und Körperkontakt spricht, aber auch mit tiefen und hohen Frequenzen, um auf große Distanzen im gegenseitigen Kontakt zu bleiben, dem Ultraschall oder auch die Pflanze, die durch die Absonderung chemischer Stoffe von anderen Pflanzen wahrgenommen wird. Das kann vom Duftsignal als Schutzsignal für Insekten, bis zur Abgabe ihrer Botenstoffe durch Wurzeln und Blätter äußerst vielfältig sein. In den kommenden Tagen befasse ich mich jedoch mit einer der erstaunlichsten Methoden, die ein Lebewesen entwickelt hat, um mit ihren Artgenossen zu sprechen, der Mensch mit seiner Sprache. Dabei beschäftige ich mich kurz mit dem Phänomen der Sprache und konzentriere mich dann auf die Beeinflussung der Sprache auf das Handeln, Denken und unser Vorstellungsvermögen.

  • Was ist Sprache
  • Wie Sprache unser Denken formt
  • Wie Worte unser Leben beeinflussen
  • Die Macht der Worte – Manipulation
  • Können wir einen anderen Menschen richtig verstehen?
  • Das Rätsel des absoluten Gehörs
  • Der Unterschied der Sprachen
  • Wie mit Außerirdischen kommunizieren?

Was ist Sprache

Sprache ist ein Mittel zum Ausdruck von Gedanken, Gefühlen und das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Die Fähigkeit des Sprechens verdanken wir unserem biologischen Aufbau. So wird die Luft aus unseren Lungen in Richtung Hals gepresst. Dort befindet sich der Kehlkopf, der zwei Stimmlippen besitzt. Zwischen diesen liegt die Stimmritze, die während des Einatmens weit geöffnet ist und sich beim Ausatmen schließt, während die Luft durch sie gepresst wird. Dadurch werden die Stimmlippen in Schwingungen versetzt, umso schneller die Stimmlippen schwingen, desto höher der Laut. Worte entstehen darauf mit der Hilfe von Kiefer, Gaumen, Zähne, Zunge und unseren Lippen. Je nach dem welcher Laut gebildet werden soll, bauen wir verschiedene Hindernisse im Mund auf, die vom Luftstrom überwunden werden.

Bildergebnis für wie stimme entsteht

Abgesehen von den zahlreichen Einzelsprachen, die von Menschen auf dem ganzen Globus gesprochen werden unterteilt man in verschiedene Weisen der Sprache. Den konstruierten und natürlichen Sprachen.

Konstruierte Sprachen

Konstruierte Sprachen oder auch Kunstsprachen genannt, sind Sprachen, die von einer Person oder einer Gruppe aus verschiedenen Zwecken neu entwickelt wurden. Dabei gibt es folgende Kategorien

  • Plansprache = Für zwischenmenschliche Kommunikation für die internationale Verständigung von verschiedenen Kulturen. Wie Esperanto
  • Logische Sprachen = Klare unmissverständliche Kommunikation, aufgebaut auf logischen Prinzipien, wie beispielsweise Lojban
  • Philosophische Sprachen = Haben die Funktion transzendente Wahrheiten auszudrücken, die mit herkömmlicher Sprache nicht auszudrücken sind. So war der Universalgelehrte und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz der Meinung, man solle eine Universalsprache (characteristica universalis) entwickeln, um alle Objekte und Beziehungen, Gesetze etc. durch Zeichen abzubilden.
  • Geheimsprachen = Sprachen, die nur für bestimmte Gruppierung für die unentschlüsselbare Kommunikation entwickelt wurde.
  • Sondersprachen = Ehemals auch als Geheimsprache bezeichnet, die nur für eine bestimmte Bevölkerung ausgerichtet ist. Wie Demiin für erwachsene Männer auf einer Insel im Norden Australiens, die jedoch mittlerweile nicht mehr verwendet wird
  • Fiktionale Sprachen = Als Teil einer fiktiven Welt, um der Welt mehr Tiefe zu verleihen. Bekannte Beispiele wie Quenya aus der Feder J.R.R Tolkiens für „Der Herr der Ringe“, Na´vi bei Avatar oder Dothrakisch aus der Fantasy-Serie „Game of Thrones“
  • Formale Sprachen = Sprachen für die theoretische Informatik. Z.B Programmiersprachen

Natürliche Sprache

Sprachen, die von Menschen gesprochen werden, die aus einem historischen Kontext entwickelt wurde, sowie Gebärdensprachen

Wie erwerben Kinder Sprachen?

Kinder beginnen im Alter von zwei Jahren zu sprechen, dazu gibt es verschiedene Spracherwerbstheorien.

  • Nachahmung und Konditionierung (Behaviorismus)
  • Angeborener Mechanismus (Nativismus)
  • Basierend auf ganzheitlicher, konkreter Erfahrung (Kognitivismus)

Behaviorismus

Die vor allem von Burrhus F. Skinner, einem amerikanischen Psychologen geprägte Theorie besagt, dass Kinder durch Imitation und Verstärkungen sich die Sprache aneignen. Die Sprache des Kindes wir durch die Reaktionen ihrer Umwelt gestaltet, nach Skinner erzeugen die „richtigen“ Lautäußerungen des Kindes durch Lob einen positiven Reiz und damit eine Verbindung mit dem Wort, welches je nach Häufigkeit der Wiederholung eingeprägt wird.

Beispiel:     Mutter: „Komm, wir machen die Tür zu!“
                  Kind: „Tür lu.“
                  Mutter: „Ja, jetzt ist die Tür zu.“

Nativismus

Der vom Sprachwissenschaftler Noam Chompsky entwickelte Ansatz, kritisiert den Behaviorismus, da ein Kind nicht jeden Satz durch Nachahmung erwerben kann und diese grammatischen Strukturen für ein Kleinkind ohnehin zu fortgeschritten sind. Für ihn lernt das Kind die Sprache nicht Satz für Satz, sondern spezifische Regeln seiner Muttersprache. Sie sind also kognitiv noch nicht in der Lage aus den Sprachen abzuleiten, erwerben sie jedoch intuitiv.

Kognitivismus

Im Kognitivismus ist die grundlegende Voraussetzung für die kognitive und sprachliche Entwicklung die konkrete Erfahrung der Umwelt mit allen Sinnen. Durch sie werden Vorstellungen und Eindrücke immer weiter verfeinert und konkretisiert, um sie schließlich durch ein Wort zu symbolisieren.

Beispiel:        Ein Kind entwickelt eine Vorstellung davon, was ein Ball ist, indem es ihn sieht (er ist rot), anfasst (glatt) und anstößt (rollt weg).

Es sagt „Ball“, später „Wo ist der Ball?“ und viel später: „Die Erde ist eine Kugel“…

Das Sprachexperiment des Friedrich II

Der römische Kaiser und deutsche König Friedrich II von Hohenstaufen entwickelte vor rund 900 Jahren ein Experiment, um die Sprachentwicklung von Kleinkindern festzustellen (Kaspar-Hauser-Versuche). Dazu ließ er einige neugeborene Kinder direkt nach der Geburt ihren Eltern wegnehmen und an Pflegerinnen und Ammen übergeben. Sie hatten den Auftrag, den Kindern Milch zu geben, zu waschen und ernähren, jedoch unter keinen Umständen mit ihnen zu sprechen oder auf anderen Weisen mit ihnen in sozialen Kontakt zu kommen. Friedrich II wollte damit untersuchen, welche Sprache sie nach ihrem Heranwachsen sprechen würden. Das Experiment hatte keinen Erfolg, da die Kinder ohne sozialen Kontakt und Liebe nach wenigen Wochen alle starben.

Dennoch beschäftigt sich die Wissenschaft schon seit Jahrtausenden mit der Erforschung der menschlichen Ursprache. Die Ergebnisse dessen sind jedoch nicht mehr als abstruse nicht bewiesene Theorien.

  • Aua- Theorie = Sprache geht aus gefühlsbetonten Aufschreien hervor
  • Sing-Sang-Theorie = Sprache geht aus Gesängen hervor
  • Hauruck- Theorie = Sprache entsteht durch Ausrufe bei gemeinsamer körperlicher Arbeit

Diese, mehr als fragwürdigen Theorien werden von der wahrscheinlichsten Theorie überdeckt, die von dem Dichter und Kulturphilosoph Johann Gottfried Herder hervorgeht. Sie besagt, dass der Ursprung der menschlichen Sprache durch die Nachahmung von Naturlauten entstanden ist.

Jedoch bleibt die Forschung einer Ursprache weiterhin reine Spekulation und es erscheint als sehr wahrscheinlich, dass es keine konkrete Ursprache gibt

Fakten zur Sprache

  • Es gibt zwischen 6000 und 7000 Sprachen auf der Welt
  • Es gibt 225 indigene Sprachen in Europa
  • Viele Sprachen haben mehr als 50.000 Wörter
  • Ein Kind kann ab dem dritten Lebensjahr erste komplexe Sätze bilden
  • Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache
  • Die Hälfte der Weltbevölkerung ist Bilingual (Mehrsprachig)

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